Vor Kurzem hatte ich ein Erstgespräch. Und die Interessentin sagte einen Satz, der mich richtig gefreut hat. «Ich war auf deiner Website, und die war mir sofort sympathisch. Danach war für mich klar, dass ich mich bei dir melde.»
Genau darum geht es auf einer Website. Dass die richtige Person sich sofort angesprochen fühlt. Dass sie das Gefühl hat, hier bin ich richtig, noch bevor sie ein Wort mit dir gewechselt hat.
Wenn das nicht passiert, kannst du noch so viele Besucher auf deiner Seite haben. Es kommen trotzdem kaum Anfragen und kaum Buchungen.
Und genau das erlebe ich regelmässig in Erstgesprächen. Eine Interessentin meldet sich, und ihre Website ist eigentlich ganz okay. Die Texte sind professionell. Die Seite ist sauber aufgebaut. Und trotzdem hat sie zu wenig Anfragen.
Das Problem ist, dass die Website austauschbar wirkt. Beliebig. So wie zwanzig andere aus derselben Branche auch. Da ist nichts, was diese Seite persönlich macht. Nichts, woran die Besucherin hängen bleibt.

Gastexpertin Claudia Barfuss ist Webdesignerin und digitale Gestalterin. In diesem Artikel zeigt sie dir, wie deine Website nicht nur gut aussieht, sondern auch für dich arbeitet.
Warum deine Website austauschbar wirkt
Dahinter steckt fast immer derselbe Gedanke: Je mehr ich anbiete, desto grösser ist die Chance, dass für irgendjemand etwas dabei ist.
Das klingt vernünftig. In der Praxis passiert aber das Gegenteil. Je breiter du wirst, desto beliebiger wirst du. Und niemand fühlt sich so richtig angesprochen.
Ich kann dir das an meinem eigenen Beispiel zeigen.
Als ich vor 25 Jahren gestartet bin, war meine Website so unpersönlich, wie es nur möglich ist. Ich habe von «wir» gesprochen, obwohl ich allein war. Ich habe alles unklar gehalten, damit sich ja niemand abgeschreckt fühlt.
Ich habe mich nicht auf die Menschen konzentriert, die ich ansprechen wollte, sondern auf diejenigen, die ich nicht abschrecken wollte.
Und dieser Gedanke ist von Grund auf falsch.
Also habe ich nicht nur Webdesign angeboten. Nein, ich habe auch Logos gemacht, Tier fotografiert, Flyer gebaut. Das war ziemlich breit. Es hat mir hier und da eine Kundin gebracht. Aber nie regelmässig. Und schon gar nicht die passenden, mit denen die Arbeit auch Freude gemacht hat. Erst als ich das verstanden habe, hat sich mein Business verändert.
So zeigst du dich auf deiner Website
Das Erste, was ein Besucher auf deiner Website wahrnimmt, ist ein Gefühl. Die Stimmung, die deine Seite ausstrahlt. Und das passiert unbewusst, noch bevor ein Bild richtig gesehen oder ein Text gelesen wurde.
Jetzt zu den konkreten Möglichkeiten, die du hast.
Der Header: In zwei Sätzen klar, wer du bist
Ganz oben, im Header, muss klar sein: Wer bist du, was machst du, und für wen. Ein bis zwei Sätze genügen.
Bei mir sieht das so aus. Oben steht schlicht «Webdesign aus der Schweiz». Und darunter: «Eine Website soll zu dir passen und die richtigen Menschen ansprechen. Ich begleite dich mit Beratung, Mentoring oder einer neuen Website.»
Wer das liest, weiss in Sekunden, was ich für wen mache. Dazu ein sympathisches Bild von mir. So weiss jemand sofort: Passt das für mich oder nicht?
Die Über-mich-Seite ist kein Lebenslauf
Die Über-mich-Seite ist eine der wichtigsten Seiten deiner Website. Und trotzdem wird sie oft unterschätzt.
Wenn ich die ersten Texte dafür bekomme, steht da meistens eine chronologische Auflistung. Schule, Ausbildung, und so weiter. Aber das interessiert deine Besucher nicht. Die wollen nur eines wissen:
Warum bist du genau die richtige Person für sie?
Deshalb findest du bei mir eine kleine Geschichte über meine ersten Erfahrungen mit Computern. Im letzten Schuljahr kamen die ersten PCs ins Schulzimmer. Eine Klasse voller Schülerinnen, die keine Ahnung hatten. Ein Lehrer, der auch nicht viel mehr wusste. Wir scheiterten praktisch schon daran, sie einzuschalten.
Eins war mir damals klar: Mit PCs will ich nie im Leben etwas zu tun haben.
Und genau das ist der Grund, warum sich meine Lieblingskundinnen von mir verstanden fühlen. Sie sehen: Ich weiss, wie sich das anfühlt, wenn die Technik nicht begeistert. Und genau darum geht es auf der Über-mich-Seite. Deine Lieblingskunden sollen Vertrauen aufbauen und sich verstanden fühlen.
Zeig deine Werte, statt sie aufzuzählen
Auf vielen Websites steht: Vertrauen, Zuverlässigkeit und Klarheit sind mir wichtig.
Was denkst du, wenn du das liest? Vermutlich: Ja, behaupten kann man viel. Du denkst aber ganz sicher nicht: Wow, genau die suche ich.
Der Unterschied ist, ob du sagst, dass du diese Werte hast, oder ob du sie zeigst. Das kann eine Kundenstimme sein. Oder eine kleine Geschichte.
Bei mir steht zum Beispiel: «Dieses unbeschreibliche Gefühl, als ich meiner ersten Kundin ihre Website zeigen konnte. Wir waren beide unglaublich stolz. Genauso habe ich es mir gewünscht, meinte sie strahlend.»
Wow, was für ein Gefühl. Zu wissen: Ich habe ihr geholfen, ihr Business voranzubringen. Das sind die Momente, in denen ich meinen Beruf gegen keinen anderen der Welt eintauschen möchte. Genau darum bin ich Webdesignerin geworden.
In diesen Sätzen spürst du, wie wichtig es mir ist, Frauen dabei zu unterstützen, ihre Arbeit mit einer Website zu zeigen, die wirklich zu ihnen passt. Ohne dass ich es dir einfach hinschreibe.
Zeig dich auf deinen Fotos
Das klingt banal, aber viele meiner Kundinnen würden sich am liebsten gar nicht auf der Website zeigen. Ihre Arbeit soll für sich sprechen, finden sie. Nur funktioniert das leider nicht so.
Du brauchst keine Profifotos. Ein gutes Handyfoto tut es auch. Zwingend ist nur eines: Das Bild muss scharf sein. Denn sobald es verwackelt oder verschwommen ist, wirkt deine ganze Website unprofessionell.
Und mit Profifotos meine ich keine Studioaufnahmen wie für eine Bewerbung. Ich meine Bilder, die dich bei deiner Arbeit zeigen.
Ein Detail, das gern übersehen wird: Schau, dass deine Kleidung farblich zu deiner Website passt. Wenn die Farben nicht übereinstimmen, entsteht ein Bruch. Der stört, auch wenn man ihn nicht bewusst wahrnimmt.
Farben, Schriften und Aufbau
Wenn ich mit einer Kundin ihre Website gestalte, schauen wir als Erstes: Welche Werte möchte sie ausstrahlen? Was sollen die Menschen fühlen, die auf ihre Seite kommen?
Stell dir eine Therapeutin vor, die Frauen unterstützt, die innerlich unruhig sind. Erschöpft und müde. Ihre Website strahlt Energie aus, die Hauptfarbe ist ein aktives Rot.
Eigentlich ist daran nichts falsch. Und trotzdem wird sie ihre Lieblingskundinnen nicht erreichen. Denn die suchen Ruhe und nicht Aufregung.
Aber es sind nicht nur die Farben. Auch Schriften, Zeilenhöhe und Weissraum entscheiden mit, wie deine Website ankommt.
Schau dir die zwei Beispiele hier an.
Bild mit KI erstellt
Bild mit KI erstellt
Du siehst es sofort, ohne ein Wort zu lesen. Und genauso geht es deiner Besucherin.
Was eine persönliche Website bewirkt
Wenn sich jemand auf deiner Website schon ein Bild von dir machen kann, ist eine wichtige Entscheidung oft schon gefallen, bevor das Erstgespräch beginnt.
Die Person findet dich sympathisch und traut dir zu, dass du ihr helfen kannst.
Im Gespräch geht es dann „nur noch“ darum: Passt der persönliche Eindruck zum Website-Eindruck? Und was kostet es konkret? Das ist ein völlig anderes Gespräch als: Wer bist du überhaupt und kannst du mir helfen?
Wie stark das wirkt, zeigt das Beispiel einer Kundin von mir. Sie führt eine Hundeschule. Kurz nachdem ihre neue Website online war, rief ein Paar an. Ein Welpe sollte einziehen, sie wollten eine Beratung. Nur bietet meine Kundin das offiziell gar nicht an.
Beim Termin fragte sie, wie die beiden auf sie gekommen seien. Die Antwort: Sie hatten mehrere Hundeschulen gegoogelt und sich die Seiten angeschaut. Ihre gefiel ihnen am besten. Sehr ansprechend, professionell, klare Gliederung.
Sie haben also jemanden gebucht, der das, was sie suchten, gar nicht im Angebot hatte. Nur weil die Website sie angesprochen hat. Und natürlich konnte sie ihnen weiterhelfen. Das zeigt auch schön: Nicht alles was du kannst muss auf die Website.
Du gewinnst Klarheit für dein Business
Und es gibt noch etwas, das oft unterschätzt wird:
Der Prozess selbst bringt Klarheit. Du beschäftigst dich intensiv mit deinem Business.
- Wofür stehst du?
- Welche Werte möchtest du zeigen?
- Was sollen deine Lieblingskunden fühlen?
Eine Kundin hat mir geschrieben: «Claudia hat mich dazu gebracht, darüber nachzudenken, wer ich bin und was ich kann.»
Sie hat nicht einfach neue Seiten bekommen. Sie hat ihr Business aus einer anderen Perspektive betrachtet.
Fang klein an
Vielleicht denkst du jetzt: Wenn ich mich klarer zeige, spreche ich weniger Leute an.
Weniger vielleicht. Aber die Richtigen. Das Paar mit dem Welpen hätte auf einer beliebigen Seite nicht angerufen. Es hat sich für die eine entschieden, die es angesprochen hat. Und wer sich von einer klaren Website nicht angesprochen fühlt, wäre ohnehin nicht dein Lieblingskunde geworden.
Du musst deine Website nicht komplett umkrempeln.
Schau dir als Erstes deinen Kopfbereich an. Ganz oben, das Erste, was jemand sieht. Wird da in ein, zwei Sätzen klar, wer du bist, was du machst und für wen?
Wenn nicht, hast du schon deine erste Aufgabe.
Und wenn du Lust auf mehr hast: Im September 2026 starte ich meine Jubiläums-Challenge «Mehr Mut zum Ich auf der Website». 25 Tage, jeden Tag ein kleiner Impuls für deine Website. Kostenlos, weil ich seit 25 Jahren selbstständig bin und das feiern möchte.


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